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Kugeltsitz, ein futuristisches Produkt?

Diskutiere Kugeltsitz, ein futuristisches Produkt? im Garten Forum Bereich; Hallo, ich und meine kollegen (Studenten an einer TU) arbeiten mit Kooperation einer Firma an einem Marktforschungsprojekt. Wie Sie auf den Fotos sehen können, ist ...


  1. #1
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    Kugeltsitz, ein futuristisches Produkt?

    Hallo,
    ich und meine kollegen (Studenten an einer TU) arbeiten mit Kooperation einer Firma an einem Marktforschungsprojekt. Wie Sie auf den Fotos sehen können, ist das zugehörige Produkt ein Kugelsitz, den man als futuristischer Strandkorb bezeichnen kann, wobei wir aber auch mit verschiedenartigen Anwendungsgebieten rechen (z.B. Strand, Deck, Uni-Campus, Warteraum, Hausgarten etc.). In der Konzeptionsphase sind Ihre Meinungen extrem kritisch. Deswegen haben wir einige Fragen an Sie:
    Welche Funktionen / Eigenschaften waeren relevant für Sie, wenn sie so ein Produkt kaufen würden:
    -Stil (Inneres und außeres Design, Materialselektion, Farbe usw.)
    -Komfort(Matratze, innere Belechtung, Armlehnen usw)
    -Multimedia (Internet, TV, Musik usw.)
    -Innere Ausstattung (Becherhalter,Buchregal, Tisch usw.)
    -Wetterschutz ( Sonnenlicht, Regen, Wind usw)
    Davon agbesehen welche Vorschlaege würden Sie machen?
    Was würden Sie für so ein Produkt mit gewünschten Funktionen zahlen?
    Vielen Dank für Ihre wertvollen Ideen
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  2. #2
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    AW: Kugeltsitz, ein futuristisches Produkt?

    So nur mal als Anmerkung:
    Solch ein Dingen gab und gibt es. Einmal einen derartigen Sessel (Colani?) und zum anderen in Form der Strandkörbe.

    Dieses Plastikdingen würde ich mir nicht in meine Wohnung, nicht in meinen Garten und auch sonst nirgendwo in meine Nähe stellen oder da wo ich entscheiden kann, so was kaufen oder nicht. Es ist kalt, hat keine Atmosphäre, keine Ausstrahlung, umwelttechnisch eine Katastrophe, dem Familienleben absolut nicht zuträglich. da nutzen auch solche Sachen wie Bücherregal, Abstellfläche oder sonstiger Schnickschnack nichts.

    Aber selbst wenn es aus anderem Material wäre, wäre es für mich indiskutabel. Ich mag diesen modernen Kram nicht und bin auch ein Gegner dieser Bauhaus, Italodesign, Futuredesign und Gelsenkirchener Barock-Sphären. Ist halt meine ehrliche Meinung. Geschmack ist nun mal nicht diskutabel.
    Elizabeth

  3. #3
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    AW: Kugeltsitz, ein futuristisches Produkt?

    Schließe mich da an.

    Viele Grüße
    Kim

  4. #4
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    AW: Kugeltsitz, ein futuristisches Produkt?

    Vielleicht sollten sich die Studenten mal gegen den Mainstream stellen, der eben Bauhaus und Italodesign bevorzugt bzw. verlangt seitens der Ausbildung. Man kann das gerade auch in der Architektur sehen.
    Bauhausstil mit winzigen Küchen oder besser Warmmachnischen in denen die Hausfrau eingesperrt wird, Naßzellen statt Badezimmern in denen man sich gerne aufhält. Das Schlafzimmer immer noch ein Riesenraum und Kinderzimmer den Namen Zimmer nicht wert sind. Dazu Gucklöcher statt Fenster oder Riesenfenster die ein Zimmer eher in eine Sauna verwandeln, weil sie zu groß sind. Abschreckendes Beispiel sehe ich gerade hier in der Nähe. Da haben Badezimmer und Toilette einer Gruppe von Mehrfamilienhäusern 10 cm hohe Fenster. Ja ihr lest richtig. die Schieben sind 10 cm hoch und ca. 60 bzw. 100 cm breit. Den Architekten sollte man samt Familie in diesen Buden einsperren. Oder das Kettenhaus, in dem der Laubengang als Zugang zu den einzelnen Wohnparzellen mit inzwischen vergilbten Wellblechplastikbahnen mit Gucklöchern verbrämt ist. Das schaut einfach verkommen aus, ein anderes Wort dafür kenne ich nicht.

    Das Haus in dem ich wohne, Baujahr 50iger oder 60iger Jahre wie es sie zu zigtausenden in ganz Deutschland gibt, hat ein so enges Treppenhaus, das man mit 2 Einkaufstaschen nicht gerade durch kommt. Ein Umzug muss aus den beiden oberen Etagen per Außenaufzug erfolgen, weil man eine Kiste nicht durchtragen kann ohne rechts und links an zu stoßen. Das Badezimmer ist restlos verbaut (siehe meine Bilder) und auch die Küche hat ihre Macken, vom Flur ganz zu schweigen

    Das Extra-WC im sozialen Wohnungsbau ist immer noch ein Novum statt Standart und eine Abstellkammer ebenfalls. Auch bei Einfamilienhäusern wird hier nicht innovativ seitens des Architekten gearbeitet sondern einfach der Nullachtfünfzehnplan aus der Schublade gezogen statt einer intensiven Beratung. So fehlen noch immer solche Dinge wie Wäscheschacht oder eine zentrale Staubsaugeranlage oder ein Müllschlucker. Kleiderkammern sind nach wie vor unbekannt in Deutschland. Gerade auf diesen Gebieten zeigt sich die Einfallslosigkeit. All das wird als Luxus bezeichnet. Türen werden generell so in die Ecken gebaut, das dahinter weder Schrank, noch Regal oder Kommode Platz haben.

    Doch genug dieses Exkurs. Nun sollten die zukünftigen Designer, Architekten, Innenarchitekten zum Wesentlichen zurück kehren und sich die wichtigste Frage überhaupt stellen: Was ist eine Wohnung? Eine Wohnung sollte ein Hort der Behaglichkeit sein. Ein Ort an dem der Mensch Mensch sein darf und nicht ein funktionerendes Rad oder eine Maschine. Es muss wahrlich das Gelsenkirchener Barock sein und es liebt auch nicht jeder alte Möbel. Eine Kaufhausinszenierung aber in der man nicht leben kann weil eine Zeitung auf dem Tisch stört, das ist kein Wohnen und Leben sondern eine Inszenierung, mehr nicht. Und das wird leider den Menschen als nicht korrekt vorgespiegelt. Eine falsche Kissenfarbe obwohl es das Lieblingskissen ist, der Bauklotz auf dem spiegelglatten MeisterPropper-Boden das stört doch schon und die Wohnung gilt als unaufgeräumt. Das Wohnzimmer ist kein Wohnzimmer sondern ein Präsentationsraum. Und in einen solchen Präsentationsraum da passt so ein Kugelsitz oder der Desgnerstuhl auf dem man eigentlich nicht sitzen kann. Design sollte trotz eines Designs funktionabel sein. Auf einem dreieckigen Stuhl kann vielleicht ein magersüchtiges Modell seinen nicht mehr vorhandenen Podex ablegen aber nicht der Otto-Normal-Mensch. Stangen statt gepolsterten Armlehnen laden nicht zum Verweilen in dem Designersessel ein, sondern eher zum Flüchten. Ein Stoff der nicht auch mal einen Krümel vertragen kann oder ein Teppich, der schon wieder so hochflorig ist, das kein Staubkorn und kein Knopf mehr drin zu finden ist, der ist genauso nichtwohnungsgeeignet wie der Filzboden, der Strümpfe und Stoffsohlen bei Hausschuhen aufreibt.

    Eine Wohnung also sollte gemütlich sein. Sie sollte Behaglichkeit ausstrahlen und zum Leben einladen. Holz bringt das. Plastik nicht. Stoff bringt das, Plastik nicht. Auch Leder bringt das nicht. Man schaue sich dazu nur die Ledersofas in englischen Bibliotheken an: das sind keine großen Lederflächen sondern diese sind durch Steppnähte unterbrochen.

    Und warum brauche ich einen Rückzugsort in meiner Wohnung in Form eines Sessels, der mich abschirmen soll? Wovor? Die Wohnung ist doch meine Höhle.

    Grinsenderweise stelle ich mir gerade die Frage warum wohl die meisten Wohnzeitschriften diese nicht perfekte Welt zeigen sondern eben das Unperfekte wie die nicht blitzblankgebeizte oder gestrichene Kommode.

    Meiner Meinung nach sollte Design nicht um des Design Willens sein sondern für den Menschen da sein. Die Natur gibt uns dazu genügend Beispiele. So aufregend dreieckige, ovale oder quadratische oder rechteckige Teller und Tassen, Schüsseln und Platten auch in den diversen Kochshows sind, so sehr widerstreben sie dem eigentlichen Ziel: Essen. Ich bezeichne das nur als Essinszenierung so wie sogenannte Köche Essen zelebrieren und mehr nicht (dazu zählt auch das eben 90 % eines Lebensmittels weggeschmissen werden, weil man nur das Herzstück braucht). Aber vielleicht bin ich einfach zu einfach gestrickt oder zu altmodisch um das zu verstehen.
    Elizabeth

  5. #5
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    AW: Kugeltsitz, ein futuristisches Produkt?

    Hmmm ....,

    schade das die Studenten nicht diskutieren.
    Elizabeth

  6. #6
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    AW: Kugeltsitz, ein futuristisches Produkt?

    Hallo Elisabeth,

    ich denke, dass dies damit zusammen hängt, da sie Marktforschung betreiben. Dabei ist es wichtig möglichst objektiv und neutral zu bleiben, was sie mit einer Stellungname nicht mehr wären. Das ist zumindest das, was ich in meiner Ausbildung zu diesem Thema bisher gelernt hatte. Ich denke, dass sich dies in der nachfolgenden Planungsphase (sollte das Projekt fortgesetzt werden) ändern wird.

    Auf jeden Fall hast du einen tollen Diskussionsgrundsatz geschrieben und vielleicht fliest er ja in die Überlegungen der Herrschaften ein. Ich jedenfalls würde es so machen.

    Viele Grüße
    Kim

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